Reise nach Sankt Petersburg: Restaurants mit russischer Küche und Bars

Die moderne russische Küche stellt heute einen Versuch dar, traditionelle Gerichte aus saisonalen und regionalen Lebensmitteln sowie altbewährte Rezepte neu zu interpretieren. Dabei versucht man neue Kreationen zu entwickeln und neue Technologien auszuprobieren. Die Suche nach russischem Geschmack und ein frischer Blick auf die typischen Gerichte wie etwa Brei, „Pelmeni“ (gefüllte Teigtaschen) und „Borschtsch“ (traditionelle Rote-Beete-Suppe) schaffen neue interessante Kombinationen und zeigen regionale Produkte aus einer neuen Perspektive. Hier finden Sie eine Liste mit Restaurant-Tipps für russische Küche, die einen Besuch wert sind.

 

Restaurants mit russischer Küche in Sankt-Petersburg

Globaler Trend: die Köche kehren zurück zu ihren Wurzeln und interpretieren traditionelle Gerichte neu. In Sankt Petersburg kann dies manchmal auch skurrile Formen annehmen: Es gibt sehr viele verschiedene Wurzeln. Die Petersburger sehen sowohl klassische „Pelmeni“ (gefüllte Teigtaschen) und „Schtschi“ (Kohlsuppe), als auch die finnische Fischsuppe und die Apotheose der sowjetischen Küche „Leningrader Rassolnik-Suppe“ (säuerliche Fleisch- oder Fischsuppe) mit Graupen und sogar dänisches Smörrebröd (belegtes Butterbrot), wenn es mit Ostsee-Sprotten zubereitet wurde, als einheimische Gerichte an. Hier finden Sie eine Liste mit Restaurants mit klassischer russischer Küche, moderner Petersburger Küche und lokalen Spezialitäten.

Restaurant „L.BRIK“

Web: lbrik-cafe.ru

Adresse: Puschkinskaja Str. 16

Öffnungszeiten: 12:00 – bis zum letzten Gast, Küche bis 23:00 Uhr

Das Restaurant mit russischer Küche, avantgardistischer Note und Autorenküche mit neu interpretierten klassischen Gerichten. Mit einem einzigartigen künstlerischen Menü können die Gäste neue gastronomische Erfahrungen sammeln und in die entsprechende Zeitepoche eintauchen. Hier einige repräsentative Auszüge aus dem Speisekartenangebot: Hering mit Kartoffeln wird von „Zwiebel Kompression“ begleitet, Aspik aus geschmorten Ochsenschwänzen wird mit Meerrettich-Mousse serviert sowie „Schtschi“, eine Kohlsuppe, die erst durch die lange Garzeit ihren Geschmack entwickelt und sich durch den fermentierten Kohl und knusprigen Buchweizen auszeichnet. Auf der Barkarte werden neben den traditionellen Spirituosen und Weinen der Alten und Neuen Welt auch hausgemachte Liköre und Tinkturen angeboten: aus Meerrettich, aus Preiselbeeren, aus Ingwer mit Zitrone. Das Restaurant hat eine hervorragende Lage. Es befindet sich in der Innenstadt, nur ein paar Minuten zu Fuß vom Newski Prospekt.

Pyschechnaja auf der Bolschaja Konjuschennaja Straße (russisch Пышечная, Café mit traditionellen „Donuts“)

Adresse: Bolschaja Konjuschennaja Str. 25

Öffnungszeiten: 09:00–20:00 Uhr

Durchschnittsbon: 100 Rub.

„Pyschki“ sind ein traditionelles Dessert, das den Donuts sehr ähnlich ist, aber man darf sie keinesfalls verwechseln. Denn in Sankt Petersburg gilt das als schlechter Ton. Man ist hier sehr stolz auf „eigene Erfindungen“. Cafés mit Pyschki gibt es seit den 1930er Jahren und sie sind vor allem in der Sowjetzeit berühmt geworden und waren sehr beliebt. Die echten Petersburger verzehren sie mit Puderzucker und eingetaucht in den Kaffee. Das Café „Pyschechnaja auf der Bolschaja Konjuschennaja Str. 25“ existiert seit 1958 und hat sich seit dieser Zeit kaum verändert: Pyschki werden nach wie vor mit traditioneller Backtechnik gebacken und mit einem spezifischen Kaffee aus einem Metallfass mit gezuckerter Kondensmilch serviert.

Cococo (russisch КоКоКо)

Web: kokoko.spb.ru

Adresse: Voznesenskij prospekt 6

Öffnungszeiten: 07:00–01:00 Uhr

Durchschnittsbon: 2 000 Rub.

Eines der berühmtesten Restaurants von Sankt Petersburg gehört Sergei Schnurow, dem Hauptsänger der Ska-Band „Leningrad“, deren Erfolg in Russland oft mit Sex-Pistols verglichen wird. Die ironische, aber liebevoll interpretierte russische Küche des Chefkochs besteht aus Waffelrollen mit dem Geschmack von Borodinoer Brot (russisches Roggenbrot) und mit Mousse von Sprotten, Rindfleischtatar mit Graupen und Schwarzsalz, „Leningrader Rassolnik-Suppe“ mit gegrillten Hühnerherzen und Gelee aus Salzlake sowie zum Beispiel „russisches Smörrebröd“ mit leicht gesalzenem Stint. Die prachtvollen Inneneinrichtungen mit vergoldeten Baumstumpf-Hockern, einer Bank im pseudorussischen Stil am Eingang, Kristallkronleuchtern in Käfigen, Figuren der russischen Märchen mit Millefleurs und goldenen Blättern, aber auch die tolle Aussicht auf die Isaakskathedrale machen den Restaurantbesuch zu einem Erlebnis. 

Russian Vodkaroom №1 (russisch Русская рюмочная № 1)

Webvodkaroom.ru

Adresse: Konnogvardejskij Boulevard 4

Öffnungszeiten: 12:00–00:00 Uhr, Küche bis 23-30

Durchschnittsbon: 2 000 Rub.

Das Restaurant „Russische Schankwirtschaft Nr. 1” bietet alle gängigen russischen Gerichte und eine Bar-Karte mit ca. 100 Vodka-Sorten an (befindet sich neben dem Vodkamuseum). Es wiedergibt die Atmosphäre der Lokale des 19. Jahrhunderts: Bugholzstühle, altertümliche Geschirrschränke, abgewetzte Parkettböden, Lampenschirme und Teegläser mit Teeglashaltern.

Rubinstein (russisch Рубинштейн)

Web: caferubinstein.ru

Adresse: Rubinstein Str. 20

Öffnungszeiten: 10:00–02:00 Uhr

Durchschnittsbon: 1 500 Rub.

Das Restaurant mit schönem Ambiente neben dem Theater Europas (MDT) wurde nach dem Vorbild der Kunstclubs am Anfang des 20. Jahrhunderts eingerichtet: mit Konzerten, Vorträgen, Kunsttreffen und manchmal sogar mit „intellektuellen Tänzen“. Die Speisekarte entspricht vollkommen den Ansprüchen: gegenseitige Durchdringung der Kulturen und das freie Denken des Silbernen Zeitalters (Belle Epoque der russischen Literatur) werden durch leichte Salate mit Fleisch und Meeresfrüchten, Tartar, Hummus, Vorschmack (kalte Vorspeise aus gehacktem Hering), Salzgurken, Hirschfleisch-Pastete, Hechtkoteletts, Bœuf Stroganoff und gebratener Stint[1] wiedergegeben.

Stint[1]ist in Sankt Petersburg mehr als nur ein köstliches Fischgericht. Er gilt ebenso wie die einzigartigen Flussbrücken als traditionelles Symbol der Stadt und ist ein Teil der gemeinschaftlichen Identität. Die Einwohner fangen die Fische auf ihren Wanderungen im Frühling mit Angeln. Der Stint genießt in Sankt Petersburg weitreichendes hohes Ansehen: es wird der Tag des Stints gefeiert und man überlegt sogar, dem Fisch ein Denk­mal aufzustellen.

Gräs & Madbaren

Web: grasmadbaren.com

Adresse: Ingenernaja Str. 7

Öffnungszeiten: 09:00–23:00 Uhr

Durchschnittsbon: 1 500 Rub.

Gräs & Madbaren zeichnet sich durch innovative aufwändige Techniken der Autorenküche und saisonale regionale Produkte aus, sodass einige Gerichte nur ein paar Wochen auf der Speisekarte stehen. Der Chefkoch ist ein großer Fan von ungewöhnlichen und seltenen Getreide-Arten, heimischem Fisch, Wurzelgemüse, Waldpflanzen und Beeren: also von allem, was im Norden reichlich vorhanden ist. Ein kleiner Bonus – die Bar in einem separaten Raum mit tollen Cocktails nach eigenem Rezept.

Tschechow Restaurant (russisch Чеховъ

Web: restaurant-chekhov.ru

Adresse: Petropavlovskaja Str. 4

Öffnungszeiten: 12:00– 23:00 Uhr

Durchschnittsbon: 1 500 Rub.

Das Restaurant im Stil einer russischen „Datsche“ (Ferienhaus) aus dem XIX. Jahrhundert ist eine richtige Attraktion für die Besucher. Schneeweiße Tischdecken, Antikmöbel, große Gläser mit Salzgurken, Romanzen als musikalische Begleitung und Kellnerinnen mit Spitzenschürzen. Auf der Speisekarte ist alles an seinem Platz: „wohlgestaltete Ucha“ (russische Fischsuppe) auf kleinem Feuer gegart, „Kiewer Kotelett von beneidenswerter Größe“, „gutmütige eingesalzene Wimpern-Milchlinge und so weiter.

BLOK (russisch Блок)

Web: blok.restaurant

Adresse: Potemkinskaja  Str. 4

Öffnungszeiten: 12:00– 01:00 Uhr

Durchschnittsbon: 2 000 Rub.

Das Restaurant „Block“ befindet sich im Taurischen Garten im obersten Stock des „Leningrad-Centers“. Bei der großzügigen prachtvollen Inneneinrichtung wird auch zum Teil die Kunstgeschichte der Stadt präsentiert: Deko im Stil der Moderne, Werke der Russischen Avantgarde. Einen schönen Blick auf den Park, Dächer von St. Petersburg und die Smolny Kathedrale genießt man von der Terrasse. Die Speisekarte besteht hauptsächlich aus Fleischgerichten. Der Schwerpunkt wird auf russische Küche gelegt. Auch europäische klassische Gerichte werden auf russische Art zubereitet:  „Steak Chateaubriand“ wird mit schwarzer Kaviar-Sauce serviert, Tartar mit Salzgurken und Rote-Bete-Chutney sowie „Filet Mignon“ mit einer Sauce aus Dickröhrlingen.

BANSHIKI.SPB (russisch Банщики)

Web: banshiki.spb.

Adresse: Degtjarnaja Str. 1а

Öffnungszeiten: 11:00–23:00 Uhr

Durchschnittsbon: 1 500 Rub.

Das Restaurant befindet sich im historischen Gebäude der „Holzteer-Badehäuser“. Holzstapeln, Holzbänke, „Eichen-Weniks“ (so genannte Birkenruten: ein Bündel Birkenzweige um den Körper damit abzuschlagen und so die Blutzirkulation anzuregen) für die Saunagänge („баня“ - russische Sauna) und Bademäntel wurden geschickt an die elegante Inneneinrichtung angepasst. Auf der Speisekarte wurde eine ähnliche Stilisierung vorgenommen: klassische Pfannkuchen mit Kaviar, „Brei Poltawa“ mit Kaninchen und Morcheln, „Borschtsch“ (traditionelle Rote-Beete-Suppe) mit „Salo“ (ein in Salz und Gewürzen gereifter Rückenspeck), preziös gestalteter „Sugudaj" mit Muksun (Rohfischgericht der Stammvölker im Norden Russlands), schwarze „Pelmeni“ (gefüllte Teigtaschen) mit Krabbensalat und Krebssuppe mit Garnelen koexistieren friedlich nebeneinander. Ein kleiner Bonus: beim Restaurant wird ein kleiner Laden betrieben, wo z.B. hausgemachte Marmeladen, eingelegtes Gemüse, geräucherte Fleisch- oder Fischwaren zu günstigen Preisen verkauft werden und die man als Souvenir oder Geschenk mitnehmen kann.

Wer danach noch etwas trinken gehen will

Sankt Petersburg wird als Hauptstadt der Bars und Trinkkultur Russlands bezeichnet: zahlreiche Bars für jeden Geschmack und jedes Budget sind in der ganzen Stadt in verschiedenen Stadtteilen verteilt. Das Vernünftigste wäre, sich nicht an bestimmten Lokalen zu orientieren, sondern an Restaurant-und Barvierteln. Die Lokale befinden sich an vielen Orten auf den nahegelegenen Straßen und stellen somit den Wegweiser für eine Bar-Hopping (Kneipentour) Route dar.

Rubinstein Straße

Die wichtigste Restaurantstraße in St. Petersburg (vielleicht auch in ganz Russland: hier befinden sich mehr als 60 Cafés, Bars und Restaurants) verwandelt sich im Frühling zum romantischen Ort voller Blüten und mit Menschen und mit Tischen gefüllten Terrassen. Die Auswahl ist fast endlos. Trinken Sie etwas im berühmten „Bekitzer“ oder in der „Black Books Bar“ direkt gegenüber, probieren Sie den Cocktail „Dowlatow“ (russischer Schriftsteller) in der „Flowers Bar“ (бар Цветочки) oder „Samogon“ in der Bar „Diligent Drinkers“ (Анонимное общество усердных дегустаторов - „anonyme Gesellschaft sorgfältiger Verkoster“) oder in der „Orthodox Russian Bar“, besuchen Sie die recht einfache Kneipe „Fiddler's Green“. Versuchen Sie die versteckte Bar „Mitja“ (russisch Митя) im Innenhof des Cafés „Rubinstein“ zu finden.

Belinski-Straße

Diese kleine historische Straße in der Nähe von Fontanka-Uferstraße gilt seit Jahrzehnten als die wichtige Restaurantstraße der Stadt und konnte bis heute seinen guten Ruf erhalten. Um die klassische Petersburger Atmosphäre zu erleben, besuchen Sie die Bar „Terminal“, gutes Bier bekommen Sie in „Farsch i Bochka“ (Фарш и бочка - Hackfleisch und Fass), Wein - in der Bar „Pinch!“, Cocktails trinken und Jazz-Musik hören können Sie in „The Hat“ und die Fußballfans können in der Kneipe „Oliver“ zusammenkommen. 

Schukowski Straße, Nekrassow Straße und Majakowski Straße 

Vor kurzer Zeit etablierte sich eine Reihe guter Bars und Kneipen auf diesen drei Straßen, die nach großen russischen Dichtern benannt wurden. Hier bietet sich eine ideale Möglichkeit für alle, die eine entspannte Tour machen möchten: im Gegensatz zur Rubinstein Straße würde man hier an gewöhnlichen Tagen nur auf wenige Touristen treffen (vor allem in den frühen Abendstunden). Besuchen Sie die Bar „Dead Poets“ auf der Schukowski Straße, biegen Sie dann um die Ecke und dort erwartet Sie schon auf der Nekrassow Straße die Bars „Bazin“ (Базин), „Zaliv“ (Залив), „Chroniki“ (Хроники) und Redrum. Verpassen Sie nicht die Gelegenheit und genießen Sie regionale Cidres in der Bar „Zider und Nancy“ (Сидр и Нэнси) weiter entlang der Straße.

 

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